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Lange Nacht der Museen, Schloß Britz

Schloß Britz nimmt zum ersten Male an der “Langen Nacht der Museen”, die am 29. Januar 2005 um 18.00 Uhr beginnt und am 30. Januar 2005 um 2.00 Uhr endet, teil.

Schloß Britz ist eines der wenigen kleinen “besonderen” Museen in Berlin. Es befindet sich im Herrenhaus des Rittergutes Britz mit Blick auf den zum Gut gehörenden Park, See und frühmittelalterlicher Dorfkirche. Das Gut ernährte seine Besitzer über sechs Jahrhunderte, ab 1699 hohe Hofbeamte und Minister (Samuel von Chwalkowski, Sigismund von Erlach, Friedrich Wilhelm Graf von Schwerin, Heinrich Rüdiger von Ilgen, Friedrich Ernst von Inn- und Knyphausen, Ewald Graf von Hertzberg, Franz Ernst Graf von Hertzberg und die Barone Johann Bernhard und Franz von Eckardtstein), nach der Stein-Hardenberg’schen Reform großbürgerliche Familien (Jouanne, Riedel und Wrede) die das Gut durch eine Spiritusfabrik zusätzlich industrialisierten. Seine Blütezeit erlebte Schloss Britz in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dank des bedeutenden Vertreters der Berli-ner Aufklärung, Minister Ewald Graf von Hertzberg (1725-1795), der das Gut modernisierte, den Seidenbau in Britz einführte und sein Haus im Sinne der Aufklärung nutzte und von Christian Bern-hard Rode (1725-1797) ausmalen ließ. Das 1547 von den von Britzke errichtete Landhaus wurde 1706 durch ein komfortables, barockes Steinhaus ersetzt und im Biedermeier und zur Zeit des Historismus überformt. (Im Jahr 2006 wird das 300-jähriges Jubiläum des Hauses festlich begangen werden).

Seit der Wiedereröffnung des Hauses, 1988, ist in einem Flügel des Hauses Wohnkultur des Historismus zu sehen, in dem anderen Flügel werden sechs Räume für Wechselausstellungen genutzt. In Zusammenarbeit mit internationalen Museen oder Privatsammlungen konnten bis heute 56 Ausstellungen gezeigt werden, zur Zeit, in Zusammenarbeit mit der Abteilung “Theater und documenta artistica” der Stiftung Stadtmuseum Berlin, “Schlösser, die im Monde liegen…”, eine Ausstellung über “Frau Luna”, Paul Lincke und die Berliner Operette. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von der umjubelten Uraufführung von “Frau Luna”, 1899 im Apollo-Theater an der Friedrichstraße, bis zur aktualisierten Fassung der Neuköllner Oper, die nach dem Fall der Berliner Mauer, 1990, den Text mit vielen schlagfertigen Anspielungen akzentuierte. Die Uraufführung der “Frau Luna” gilt als Geburtsstunde der Berliner Operette, die im Gegensatz zur aristokratischen Wiener Operette ihre Protagonisten im kleinbürgerlichen Milieu ansiedelt und mit augenzwinkender Distanz Text und Musik darbringt. Seine berühmtsten Walzer, Polkas und Märsche “Schlösser, die im Monde liegen”, “Laßt den Kopf nicht hängen”, “Nimm mich mit!”, “Glühwürmchen-Idyll”, “Bis früh um fünfe, süße Maus” und “Das macht die Berliner Luft” verschafften ihm Weltruhm und festigten Berlins Ruf als Musikstadt, der durch die erfolgreichen Aufführungen im Apollo-Theater, das sich als Ausstattungsbühne um die Jahrhundertwende etablierte und später im Thalia- und Metropol-Theater, in dem die bekannten Ausstattungsrevuen zu Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens der Berliner für das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden.

Programmablauf:

18.00 – 20.00 Musikalisches Entree mit dem Jungen Chor gropies berlin unter der Leitung von Bernhard Jahn

18.00 Führung durch die Ausstellung: “Schlösser, die im Monde liegen…”

19.00 Führung durch das Museum

20.00 Führung durch die Ausstellung: “Schlösser, die im Monde liegen…”

21.00 – 21.30 “Schlösser, die im Monde liegen…” Operettenmelodien von Paul Lincke
Ingrid Krauß – Sopran, Christina Hanke-Bleidorn – Klavier

22.00 Winfried Radeke – Neuköllner Oper und Überraschungsgäste

22.40 Führung durch die Ausstellung: “Schlösser, die im Monde liegen…”

23.15 Paul Lincke privat, Gesprächsrunde mit der Großnichte Frau Margot Lincke-Madersbacher

ab 0.00 Cello um Mitternacht bis 2.00 Dmitri Levine – Violoncello

Die Führungen werden von Bärbel Reißmann (Stiftung Stadtmuseum Berlin), Frau Dr. Claudia Przyborowski, Frau Dr. Simone Kindler und Frau Regina Stephan (Schloß Britz) angeboten.
Unser “Schloß-Cafe ist geöffnet und wir freuen uns, unser Publikum mit kleinen Speisen und Getränken erfrischen zu können.

Der Preis für den Besuch der teilnehmenden Institutionen und den Shuttle-Service beträgt 12.00 €, der ermäßigte für Rentner, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte und Wehr- und Ersatzdienstleistende 8,00 € Die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Tarifbereich Berlin ABC ist eingeschlossen.