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Übersicht - Straßen

 Jahnstraße

     führt von der Buschkrugallee zum Britzer Damm.
Name ab: zwischen 1871 und 1906, genaues Datum nicht bekannt.
alter Name: nicht bekannt
Namenserläuterung: Jahn, Friedrich Ludwig, geb. 11.8.1778 Lanz (bei Perleberg), gest. 15.10.1852 Freyburg/Unstrut, Pädagoge und Politiker. Er besuchte das Gymnasium in Salzwedel und bis Ostern 1795 noch für ein halbes Jahr das Gymnasium „Zum Grauen Kloster“ in Berlin. Ab 1796 betrieb er Studien in Halle, Frankfurt (Oder), Greifswald und Göttingen. Im Jahre 1809 übersiedelte er nach Berlin und publizierte hier eines seiner wichtigsten Werke, „Deutsches Volkstum“. Er war seit 1810 als Lehrer am Grauen Kloster und an den Plamannschen Erziehungsanstalten in Berlin beschäftigt. Gemeinsam mit Ernst Friesen gründete er den „Deutschen Bund“, einen Vorläufer der Burschenschaften. Jahns Bedeutung liegt besonders in der Entwicklung des Turnens, dessen Übungen er zusammen mit Ernst Eiselen und Karl Friedrich Friesen schuf und in dem er eine Möglichkeit sah, während der napoleonischen Herrschaft die physische und moralische Kraft des Volkes zu stärken. 1811 richtete er in der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz ein. Sein Turnen umfasste vielfältige Leibesübungen, zu denen Fechten, Schwimmen, Laufen, Spiel und Tanz gehörten. Er gilt als Erfinder von Barren und Reck. Während der Befreiungskriege kämpfte Jahn im Lützowschen Korps. Als Mitbegründer der Deutschen Burschenschaft geriet er danach in Gegensatz zum restaurativen Regime. In der Nacht vom 13. zum 14. Juli 1819 wurde Jahn verhaftet und verbrachte danach sechs Jahre in Untersuchungshaft in Spandau, Küstrin und Kolberg. Man beschuldigte ihn der geistigen Urheberschaft an der Ermordung Kotzebues 1819. Nach Schließung der Turnplätze und Beschränkungen der Turnbewegung durch die Karlsberger Beschlüsse wurde Jahn der Prozess gemacht, der 1825 mit einem Freispruch endete; dennoch blieb er unter Polizeiaufsicht und unterlag bis 1840 dem Verbot der politischen Betätigung. 1848 wurde Jahn als Befürworter der demokratischen Monarchie in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Sein gemeinsam mit Ernst Eiselen verfasstes Buch „Die Deutsche Turnkunst“ (1816) gilt als Klassiker der einschlägigen Literatur.
 Quelle: Bürgerverein Berlin-Britz e.V., Britzer Heimatbote
 
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