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  Sportvereine - Rudern 

Das Neuköllner Ruderfestival am 20./21. Oktober 2006 bei der Rudergesellschaft
Wiking in Berlin-Britz • Wander- und Rennrudersport bei schönstem Herbstwetter


Bilder vom Ruderfestival 2006


Ruderfestival 2006
Bei 19 Grad und strahlendem Sonnenschein hieß es für über 100 Mannschaften aus Berlin und Brandenburg wieder: Auf zum Wiking!

Die traditionelle Sternfahrt in den Süden der Hauptstadt ist bereits seit den 60er Jahren ein fester Bestandteil des Berliner Ruderkalenders. Sternfahrt, dass bedeutet gemeinsames Fahrtenrudern zu einem festgelegten Ziel, an dem neben vielen Gleichgesinnten und ausreichenden Bierreserven auch Tanz und Musik auf die Mannschaften warten. Bei vielen Berliner Rudervereinen genießt die traditionelle „Wiking-Sternfahrt“ bis heute eine Art „Kultstatus“, lag der Verein zu Zeiten des Kalten Krieges doch „weit ab vom Schuss“ am östlichsten Rand des Westteils der Stadt. Damals wie heute war es daher immer als etwas besonderes, quer durch die Kanäle und Schleusen der Innenstadt nach Neukölln zu rudern.

Seit vier Jahren ergänzen die Langstreckenregatta um die Silbernen Riemen von Berlin sowie die anschließenden Preissprints über die 250-Meter-Strecke vor dem Bootshaus am Delfter Ufer das große Treffen der Fahrten- und Wanderruderer. Bereits vor 110 Jahren anno 1896 wurde das Rennen um den begehrten Pokal zum ersten Mal über die 10-Km-Distanz auf der Berliner Spree zwischen dem Union-Ruder-Club – dem direkten Vorläufer der RG Wiking – und dem Cöpenicker Ruder-Club ausgetragen. Die Neuauflage der seit dem ersten Weltkrieg in Vergessenheit geratenen Regatta für Frauen-Doppelvierer und Männer-Achter findet nun über die 6,4 Kilometer lange Strecke vom Treptower Park über die Spree und den Britzer Zweigkanal zur RG Wiking statt. Mit der Kombination von Sternfahrt und Regatta wagen die Wikinger mit diesem integrativen Ansatz den Versuch, Wander- und Rennrudersport im Rahmen eines gemeinsamen Events miteinander zu verbinden – Ein Konzept, das auch in diesem Jahr aufgehen sollte!

Bereits am Freitagabend empfing das Organisationsteam um Regattaleiter Jörg Spiegel ihre Gäste, darunter viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Auch der ehemalige Berliner Bürgermeister Eberhard Diepgen ließ es sich nicht nehmen, der Einladung in den 30. Stock des Allianz-Hochhauses an den Treptowers zu folgen.

Am Samstag pünktlich ab 13 Uhr wurde bei optimalen Witterungsbedingungen dann die Startfahne im 15-Sekunden-Rhythmus für die über zwanzig europäischen Mannschaften des Silbernen Riemens geschwungen. Begleitet und live kommentiert von Regattasprecher Michael Hein konnte sich bei den Frauen die nordische Kombination der RG Hansa Hamburg deutlich gegen ihre Konkurrenz von der RG West aus Spandau durchsetzen. Bei den Männern wurde der Kampf um den Sieg zwischen dem Ruderklub am Wannsee (RaW), dem Hamburger und Germania RC, der polnischen Konkurrenz von Lotto-Bydgostia Bydgoszcz und dem Team der RG Wiking mit Spannung erwartet. Mit einer soliden Leistung war es dann wie bereits in den Vorjahren die renommierte Mannschaft des RaW um die Olympiateilnehmer Martin Weiß und Jan Herzog sowie Stm. Eric Klotz, die mit 15 Sekunden Vorsprung in 21:08 Minuten auf den Hamburger Vizemeister der Deutschen Sprintmeisterschaften die Silbernen Riemen von Berlin an den Wannsee holen konnte. Die Neuköllner Heimmannschaft um die Weltmeister von 2003, Martin Hasse und Carsten Borchardt, erkämpfte sich die Bronzemedaille vor dem ebenfalls stark besetzten Achter aus Polen. Die Masters-Wertung entschied die Rugm. Rotation Berlin aus Köpenick für sich. Auch der starke fünfte Platz des Nachwuchsachters vom Berliner Ruderclub in der Gesamtwertung sollte nicht unerwähnt bleiben.

Noch während der Sprintrennen, die ebenfalls von den Siegern der Langstrecke klar gewonnen wurden, füllte sich dann der Bootsplatz vor dem Vereinsdomizil zusehends. Bei der abendlichen Siegerehrung durfte die Ruder-Union Arkona Berlin dann einen Gutschein für ihre zahlreiche Teilnahme an der Sternfahrt in Empfang nehmen. 42 Ruderinnen und Ruderer des Spandauer Vereins hatten sich in acht Mannschaften nicht gescheut, die über 30 Kilometer lange Strecke nach Neukölln auf sich zu nehmen. Auch der zweite Platz für die 30 Vertreter des RC Tegelort aus dem Berliner Norden ist aller Ehren wert. Begleitet von Soul- und Jazz-Musik feierten die insgesamt weit über 1.000 Ruderinnen und Ruderer gemeinsam bis tief in die Nacht eine ausgelassene Party. Doch erfahrene Beobachter der Szene wissen, dass dies die wind- und wettererprobten Sportler nicht davon abhält, am nächsten Morgen den Heimweg bis nach Reinickendorf, Köpenick oder Brandenburg anzutreten.

Wer selbst einmal Interesse hat, dass Teamevent Rudern live zu erleben, kann sich bei Carsten Willing (Tel.: 0173 615 23 39) oder auf der Wiking-Homepage (www.rudergesellschaft-wiking.de) über die Angebote des Vereins informieren.

Thorsten Kohlisch    

Bilder vom Ruderfestival 2006
Rudergesellschaft Wiking e.V. im Internet unter: www.rudergesellschaft-wiking.de

Rudergesellschaft Wiking e.V., Berlin – Haarlemer Straße 45e
12359 Berlin (Neukölln) Telefon (030) 685 40 22

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