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48 STUNDEN NEUKÖLLN - DAS KUNSTFESTIVAL

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48 STUNDEN NEUKÖLLNDAS KUNSTFESTIVAL
Jahresthema: “Perspektivwechsel!”
14. bis 16. Juni 2013, Fr. 19.00 Uhr – So. 19.00 Uhr

48 STUNDEN NEUKÖLLN fordert den “Perspektivwechsel!”

48 STUNDEN NEUKÖLLNDAS KUNSTFESTIVAL lädt dieses Jahr zum 15. Mal nach Nord-Neukölln zu insgesamt 400 Kunstveranstaltungen an 250 Standorten zum Thema “Perspektivwechsel!” ein. Unser diesjähriges Jahresthema, das erstmals verbindlich für alle Festivalbeiträge ist, fordert KünstlerInnen auf, ihre Sicht auf die Lebensrealität einer urbanen, transkulturellen und vor unterschiedlichsten Herausforderungen stehenden Gesellschaft darzustellen. Die BesucherInnen werden so in einem kunstspartenübergreifenden Programm mit vielfältigen Haltungen, neuen Deutungen und experimentellen Kunstformen konfrontiert.

Denn die Neuköllner Mischung ist und bleibt spannend. Menschen aus etwa 147 Nationen leben hier auf engem Raum zusammen. Inzwischen hat sich Nord-Neukölln zu einem “kultigen” Szenebezirk entwickelt. Viele Menschen haben begonnen den einst verrufenen Stadtteil zu für sich zu entdecken. Und dennoch bleiben viele der sozialen Problemfelder wie Armut, Arbeitslosigkeit und Bildungsdefizite weiterhin virulent. Gerade aufgrund dieser sichtbaren Brüche und Widersprüche erklären wir unser Festivalgebiet zum “Labor” zur Erforschung künstlerischer und gesellschaftlicher Prozesse.

Die einzelnen Veranstaltungen spielen mit spannenden Wahrnehmungsverschiebungen, verfolgen Strategien der Umdeutung, der positiven Irritation und der Umfunktionierung urbaner Räume. Neben zahlreichen Ausstellungen im Bereich Bildender Kunst kommen musikalische Kompositionen, Lesungen und Tanz, Theater und Performances zur Aufführung. Wie in den vergangenen Jahren liegen den 48 STUNDEN NEUKÖLLN partivzipative Ansätze besonders am Herzen, die neue Einblicke in fremde und ungewohnte Milieus eröffnen. Die zahlreichen Spielstätten und Ausstellungsorte verteilen sich über ganz Nord-Neukölln.

48 STUNDEN NEUKÖLLNDAS KUNSTFESTIVAL

Unser Festival geht nun in sein 15. Jahr und hat sich inzwischen von einem lokalen Festival zu einer berlinweiten Institution entwickelt. Seit die 48 STUNDEN NEUKÖLLN 2008 den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. erhielten und 2009 als “Trendmarke des Jahres” ausgezeichnet wurden, ging die Entwicklung rasant voran.

Neben den Mitgliedsorganisationen des Kulturnetzwerks Neukölln e.V. engagieren sich nicht nur soziale und kulturelle Organisationen, Initiativen, AnwohnerInnen, sondern auch eine Vielzahl Berliner Kunstund Kulturschaffenden. Die freie Szene Berlins hat in Neukölln und besonders in den 48 STUNDEN NEUKÖLLN eine offene und vielseitige Entwicklungsplattform vorgefunden, teilweise sogar ein Zuhause. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, kulturelle Innovationen lokal zu initiieren oder aufzugreifen, um gesellschaftlich relevante Prozesse für den Bezirk und darüber hinaus in Gang zu setzen. Dadurch kommen inzwischen die KünstlerInnen und BesucherInnen aus dem Bundesgebiet und dem nahen und fernen Ausland zu uns und helfen uns dabei ein immenses kreatives Potenzial in Neukölln sichtbar zu machen.

Besondere Projektreihen der 48 STUNDEN NEUKÖLLN

Labor: “Urbanes Altern”
Die Veranstaltungsreihe Labor: “Urbanes Altern” widmet sich mit kreativen und künstlerischen Mitteln der Bevölkerungsgruppe 60+, die trotz einer gesteigerten medialen und politischen Aufmerksamkeit noch über zu geringe Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe verfügt. Unsere These: Gerade die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur kann für viele ältere Menschen ein Schlüssel zu sozialer Teilhabe und höherer Lebensqualität sein.

Innerhalb der Reihe entstehen acht Projekte, die nicht nur transkulturelle und intergenerative Ansätze miteinander verbinden, sondern auch alltägliche Problemfelder und biographische Fragestellungen einbeziehen. Ziel des Labors ist es die Präsenz alter Menschen im Festival und im öffentlichen Raum deutlich zu erhöhen. 48 STUNDEN NEUKÖLLN definieren sich somit als ein die Generationen verbindendes Festival. Mit offenen und niedrigschwelligen Angeboten wollen wir ältere und alte Menschen sowohl als BesucherInnen gewinnen, als auch als künstlerische AkteurInnen einbeziehen. Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit v. a. partizipativ arbeitenden KünstlerInnen eine Reihe innovativer Projekte entwickelt, welche die Lebensbedingungen älterer Menschen ergründen und kreative Formen des intergenerativen Zusammenarbeitens und Zusammenlebens aufzeigen.

Hierbei gilt unsere Aufmerksamkeit besonders den demographischen Gegebenheiten Berlin-Neuköllns, die bereits im Jahr 2013 in Teilen die prognostizierten demographischen Entwicklungen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2030 abbildet. Dieser wichtigen gesellschaftlichen Fragestellung wollen wir uns innerhalb der 48 STUNDEN NEUKÖLLN auch in den kommenden Jahren immer wieder annehmen. “Kunst und Kult – Stimmen der Religionen”

48 STUNDEN NEUKÖLLN führt fünf in Berlin lebende KünstlerInnen mit unterschiedlichem kulturell-religiösen Hintergrund mit fünf verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Berlin-Neukölln zusammen. Das Projekt “Kunst und Kult – Stimmen der Religionen” setzt sich mit religiösen Ritualen der fünf großen Glaubensgemeinschaften in Berlin-Neukölln auseinander. In Kooperation mit der evangelischen Herrnhuter Brüdergemeine, der katholischen Sankt-Clara-Kirche, der evangelischen Genezareth-Kirche, dem hinduistischen Sri-Ganesha-Tempel und mit der türkisch-islamischen Åžehitlik Moschee entstehen temporäre Installationen und Performances.

Bei der Zuordnung der einzelnen KünstlerInnen zu einer Glaubensgemeinschaft und ihrem Gotteshaus wurden “gemischte Paare” gebildet. Die KünstlerInnen sind aufgefordert ihre Kunstwerke für den Kultraum im Dialog mit den Mitgliedern einer Glaubensgemeinschaft zu entwickeln, die ihnen unvertraut ist. So ist z.B. die renommierte Performancekünstlerin Nezaket Ekici (geboren in der Türkei und aufgewachsen in Deutschland) in eine intensive Auseinandersetzung mit der Herrnhuter Brüdergemeine getreten oder die japanische Performancekünstlerin Kei Takemura entwickelt ihr Konzept mit der katholischen Sankt-Clara-Gemeinde in der Briesestraße.

Das Besondere an dem Projekt “Kunst und Kult – Stimmen der Religionen” besteht darin, dass der Konflikt zwischen dem Autonomieanspruch zeitgenössischer Kunst und den in einer Glaubensgemeinschaft erhobenen Ansprüchen auf religiöse Angemessenheit von Kunst im Gotteshaus gezielt thematisiert wird und überwunden wird. Der diskursive Ansatz des Projektes wird von Studierenden des Masterstudiengangs “Religion und Kultur” der Humboldt-Universität zu Berlin engagiert und informierend begleitet und in den Konzeptionsgesprächen zwischen den KünstlerInnen und Mitgliedern der jeweiligen Glaubensgemeinschaften moderiert. Diese sogenannten KulturlotsInnen führen während der 48 STUNDEN NEUKÖLLN die BesucherInnen durch das Programm.

Für weitere Informationen zum Gesamtfestival, Interviewanfragen und Bilderwünsche wenden Sie sich bitte an Heiner Kubesch (Öffentlichkeitsarbeit) oder Thorsten Schlenger (Festivalleitung) unter 030-68247824 oder