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Neukölln: Sozialbericht 2016 erschienen


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Neukölln wächst weiter – soziale Probleme verfestigen sich im Norden

Neukölln ist der Berliner Bezirk mit dem niedrigsten Bildungsstand, der stärksten Abhängigkeit von Sozialleistungen und der größten Armutsgefährdung – jedoch mit einer sinkenden Tendenz. Zu diesen Ergebnissen kommt der nun erschienene Sozialbericht 2016. Die soziale Lage im Bezirk ist dabei sehr heterogen verteilt. Die meisten Probleme gibt es im Norden und der Gropiusstadt, wobei der Süden Neuköllns besser abschneidet.

Neukölln ist mit einem Altersdurchschnitt von 41,33 Jahren einer der jüngsten Berliner Bezirke. Das liegt vor allem an dem überdurchschnittlich hohen Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So sind 18,6 Prozent aller Neuköllnerinnen und Neuköllner unter 21 Jahre und 43,5 Prozent unter 35 Jahre. 42,2 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner haben einen Migrationshintergrund, wobei dies bei der Bevölkerung unter 18 Jahren sogar auf fast 70 Prozent zutrifft.

Der überdurchschnittlich hohe Zuzug der vergangenen Jahre hat sich zwar abgeschwächt, das Bevölkerungswachstum bleibt durch die hohen Geburtenzahlen jedoch relativ stark. Bis 2030 werden Prognosen zufolge fast 350.000 Menschen in Neukölln leben. Den stärksten anteilsmäßigen Zuwachs wird dabei die Altersgruppe 65plus verzeichnen (+25,5 Prozent). Nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre könnte die Prognose aus 2012 sogar noch übertroffen werden.

Kinderarmut und eine unterdurchschnittliche gesundheitliche Entwicklung sind unter Neuköllner Kindern verbreiteter als in anderen Bezirken. 50,2 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren leben in einem Haushalt, der Transferleistungen nach dem SGB II bezieht. Jedes fünfte Kind hat einen behandlungsdürftigen Zahnstatus und jedes vierte Kind hat nicht an allen Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen. Fast die Hälfte der Kinder hat zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchungen Sprachdefizite.

Neukölln gehört zu den Bezirken mit der höchsten Erwerbslosigkeit und Altersarmut. 8,2 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahren sind auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen – mit steigender Tendenz.

Trotz der im Schnitt unterdurchschnittlichen sozialen Verhältnisse zeigt sich die soziale Lage innerhalb der Bevölkerung als sehr heterogen verteilt – schwierige soziale Bedingungen betreffen in verstärktem Maße Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund und sind in den nördlichen Regionen und Gropiusstadt sehr viel deutlicher ausgeprägt als im weniger dicht besiedelten Süden.

Eine hohe soziale Belastung, die bisher nicht durch Quartiersförderung gestützt wird, sieht der Sozialbericht im nördlichen Schulenburgpark mit Übergang zur Weißen Siedlung sowie in den Planungsräumen Treptower Straße Nord, Glasower Straße und der südlichen Silbersteinstraße.

Die Gesundheits- und Sozialberichterstattung des Bezirksamtes Neukölln veröffentlicht regelmäßig Berichte zur gesundheitlichen und sozialen Lage im Bezirk. Dazu gehören Mitteilungen und Berichte zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten sowie zu den sozialen Rahmenbedingungen ausgewählter Bevölkerungsgruppen – wobei die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. Alle bisher erschienenen Berichte sind abrufbar unter: http://www.berlin.de/ba-neukoelln/

BA Neukölln, 2.2.2016