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Gutachterverfahren Passage Karl-Marx-Straße

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Die verborgenen Qualitäten eines besonderen Ortes werden ins rechte Licht gerückt – Ausstellung der Ergebnisse vom 5. – 25. 7. 2008 im Kino Passage

Die Passage an der Karl-Marx-Straße ist ein historisch bedeutender Standort der u.a. die Neuköllner Oper und Passage Kino sowie Gastronomie und Einzelhandel beherbergt. Zudem ist sie eine hoch frequentierte Wegebeziehung zwischen der Karl-Marx- und der Richardstraße mit mehr als 13.000 Personen pro Tag.

Um den besonderen Wert der Passage stärker als bislang zur Geltung zu bringen und die verborgenen Qualitäten dieses besonderen Ortes ins rechte Licht zu rücken, hat der Neuköllner Baustadtrat ein Gutachterverfahren zur Aufwertung der Passage ausgelobt. Am Mittwoch, den 2.7.2008 trat die elfköpfige Jury zusammen, um die Beiträge von vier teilnehmenden Architektur- und Lichtdesignbüros zu beurteilen. Mitglieder der Jury waren Vertreter der öffentlichen Verwaltung, der Eigentümer und als Nutzer des Gebäudes u.a. das Kulturnetzwerk Neukölln, die Neuköllner Oper und das Passage Kino. Die 1909 bis 1910 errichtete Passage steht unter Denkmalschutz. Daher war auch das Landesdenkmalamts mit Herrn Fuchs in der Jury vertreten.

Als Gewinner des Gutachterverfahrens ging das Büro luna.lichtarchitektur aus Karlsruhe mit 10 zu 1 Stimmen hervor. Im Rahmen dieses Gutachterverfahrens war auch die Meinung der Anlieger der Karl-Marx-Straße und anderer Interessierter gefragt: Zur Bewertung der Entwürfe konnten im Vorfeld Fragebögen ausgefüllt werden, deren Auswertung in die Entscheidungsfindung der Jury mit einfloss und sich mit der Entscheidung der Jury weitestgehend deckte.

Die Aufgabe der Gutachter war es, Lösungen zu entwickelt, wie die Wahrnehmung der Passage von der Karl-Marx-Straße aus verbessert werden kann, auf welche Art und Weise der Durchgang von der Karl-Marx-Straße zur Richardstraße heller und freundlicher erscheint und wie es gelingt, die Aufenthaltsqualität in der Passage deutlich zu erhöhen, um sie zu einem Kulturfoyer weiterzuentwickeln.

Das Gewinnerbüro luna.lichtarchitektur schlägt als Lösung vor, die Qualität des Baudenkmals herauszustellen, den unterschiedlichen Charakter der einzelnen Räume zu stärken – die Nische zur Richardstraße soll z.B. als „Wohnzimmer“ mit einem beleuchteten Sitzmöbel gestaltet werden – und eine interessante Raumabfolge zu inszenieren. Die Aufenthaltsqualität der Höfe und Durchgänge wird mit unterschiedlichsten Lichtmitteln und ansprechender Gestaltung erhöht und die Eingangsbereiche der Passage sollen u.a. durch einladende Lichtbänder auf dem Gesims über dem 4. Obergeschoss Lust zum Eintreten wecken. Optional kann der Hof zur Karl-Marx-Straße durch ein in den Boden eingelassenes, künstlerisch gestaltetes Mosaik attraktiver gestaltet werden. Mit der Umsetzung des Gewinnerentwurfes soll schnellst möglich begonnen werden.

Der zur Realisierung ausgewählte Entwurf des Büros luna.lichtarchitektur wird gemeinsam mit den übrigen im Verfahren eingereichten Entwürfen vom 5. 7. – 25. 7. 2008 im Foyer des Kinos Passage, Karl-Marx-Straße 131-133, ausgestellt und ist dort täglich von 17 Uhr bis ca. 21 Uhr zu besichtigen.

Die Umgestaltung des Kulturstandorts Passage ist ein Projekt der [Aktion! Karl-Marx-Straße]. Im Rahmen des Bund-Länder Förderprogarmms „Städtebauliche Sanierung und Entwicklung“ stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung derzeit Mittel zur Durchführung „vorgezogener Maßnahmen“ im Vorfeld der Festlegung eines Sanierungsgebietes zur Verfügung. Bezirk und Senat forcieren durch ein Bündel von Maßnahmen eine nachhaltige Aufwertung der Karl-Marx-Straße – in einem Prozess, der gemeinsam von Eigentümern, Gewerbetreibenden, Anwohnern, Initiativen, Vereinen, Künstlern, Kulturschaffenden, der Politik und Verwaltung getragen wird. Die [Aktion! Karl-Marx-Straße] heißt jeden Mitstreiter und Unterstützer willkommen!

Kontakt und Infos: Horst Evertz, Untersuchungsgebiet Karl-Marx-Straße, Sanierungsbeauftragte des Landes Berlin,

Die Karl-Marx-Straße in Neukölln im Internet