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Vorstellung der Wohnbaupotenzialstudie für den Bezirk Neukölln

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Staatssekretär Ephraim Gothe von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing stellen am 24. September 2013 um 13.00 Uhr im Köln Zimmer A 104 im Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Str. 83, 12040 Berlin die vom Stadtentwicklungsamt Neukölln erarbeitete Wohnbaupotenzialstudie für den Bezirk vor. Bei diesem Termin wird insbesondere die Kurzfassung einer Studie präsentiert, die in den letzten Monaten mit finanzieller Unterstützung der Senatsverwaltung von unabhängigen Experten erarbeitet worden ist.

Berlin wächst – das gilt natürlich auch für den Bezirk Neukölln. Aktuelle Prognosen gehen für ganz Berlin von einem mittleren Wachstum von etwa 254.000 zusätzlichen Einwohnern bis zum Jahr 2030 aus. Vor dem Hintergrund der politischen Zielsetzung des Landes Berlin, allein in dieser Legislaturperiode 30.000 neue Wohnungen zu bauen, hat der Bezirk Neukölln seine Wohnungsbaupotenziale ermittelt und bewertet. Diese Studie steht in engem Zusammenhang mit dem derzeit von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erarbeiteten Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen und kommt zum Ergebnis, dass auf 41 untersuchten Potenzialflächen langfristig insgesamt ca. 8.300 neue Wohneinheiten im Bezirk entstehen könnten, von denen etwa ein Viertel im Entwicklungszeitraum 2013 bis 2016 umsetzbar sind. Bis zum Jahr 2022 können voraussichtlich 3.200 weitere Wohneinheiten entstehen und langfristig weitere ca. 3.000 Wohneinheiten.

Weitere Potenziale mit etwa 6.400 Wohneinheiten ergeben sich auf kleinen Einzelflächen vorrangig in den Einfamilienhausgebieten im Süden Neuköllns, durch Verdichtungsmöglichkeiten im Norden Neuköllns durch Dachgeschossausbau sowie die behutsame Nachverdichtung in bestehenden Großwohnsiedlungen. Diese Potenziale sind Gegenstand weiterer Untersuchungen, an deren Ende zwei Leitfäden zur verträglichen Verdichtung durch Dachgeschossausbau und in Großwohnsiedlungen erarbeitet werden.

Die vorliegende Wohnbaupotenzialstudie gibt zudem einen differenzierten Überblick der verschiedenen quantitativen und qualitativen Potenziale. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass es mit der Ausweisung der Flächen allein nicht getan ist, sondern die zunehmend dynamische Entwicklung des Wohnungsbaus nicht einseitig zulasten anderer räumlicher Belange erfolgen soll. Daher muss der planenden Verwaltung Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden, auf dessen Basis Anhaltspunkte zur Eignung der einzelnen Flächen für Wohnungsbau gegeben werden. Dazu gehören u. a. Aussagen zu den Entwicklungsvoraussetzungen bzw. -hemmnissen, wie der Versorgung mit Wohnfolgeeinrichtungen, insbesondere sozialer Infrastruktur und Freiflächen sowie dem Wohnumfeld und zu Umweltbelastungen. Die Studie mündet in einer zeitlichen Priorisierung der Entwicklung der verschiedenen Flächen.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass in Neukölln nicht alle ermittelten Potenzialflächen realisiert werden müssen, um den prognostizierten Bedarf von ca. 11.000 Wohneinheiten zu erfüllen. Dies gilt insbesondere für solche Flächen, die als Vorbehaltsflächen für soziale Infrastruktur gekennzeichnet sind, für potenzielle Grünflächen oder Flächen, die nach dem Kleingartenentwicklungskonzept langfristig geschützt sind.

Bezirksstadtrat Thomas Blesing: „Gerade zur kurzfristigen Bedarfsdeckung kann es weiterhin Engpässe geben. Zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen sowie zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren bedarf es daher – zur Umsetzung der generellen Ziele der Wohnbaupotenzialstudie – auch einer entsprechenden Personalausstattung in den bezirklichen Stadtentwicklungsämtern. Ich hoffe, diese Unterstützung gerade im Hinblick auf das gemeinsame Ziel des Senats und der Bezirke, neuen Wohnraum zu schaffen, zu erhalten.“

Staatssekretär Ephraim Gothe: “Ich begrüße außerordentlich, dass der Bezirk Neukölln, der bislang nicht im Fokus des Neubaugeschehens steht, aktiv die Voraussetzungen schafft, den Wohnungsmarkt mit Wohnungsneubau zu entlasten. Urbanes Leben im Norden Neuköllns – Wohnen mit Weitblick in der Mitte – Leben mit eigenem Garten im Süden – Neukölln hat viel zu bieten und deshalb ist es gut, wenn in Neukölln viele Wohnungen gebaut werden!”

BA Neukölln, 19.9.2013