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Karl-Marx-Platz in Neukölln

Kirsten Heisigs Erbe weiterführen "Sie bringen das ganze System durcheinander"

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… sagte ein Richterkollege im gestern ausgestrahlten Film “Das Ende der Geduld”. Für viele war ihr Stil ein Paradigmenwechsel. Der Film “im Ersten” zeigte unverhohlen die Realität, die in Neukölln allgegenwärtig ist.

Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke erklärt: “Die von Kirsten Heisig angestoßene Debatte und Haltungsänderung gegenüber jugendlichen Straftätern muss konsequent weitergeführt werden. In der neu zu organisierenden Kooperation zwischen Schule, Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugend- und Familiengerichten soll das Neuköllner Jugendamt eine besondere Rolle einnehmen. Ich plane ein spezialisiertes Team, dass sich ausschließlich um Intensivtäter und kriminelle Großfamilien kümmert.”

Kürzlich reiste eine Delegation aus Neukölln bestehend aus der Staatsanwaltschaft, dem LKA, der Polizei, dem Jugendamt und der Jugendgerichtshilfe nach Essen, um dort einen Fachaustausch mit Kollegen zu führen. Dabei stellte sich heraus, dass eine systematische Abstimmung zwischen den Fachbehörden gekoppelt an ein Spezialteam im Jugendamt zu guten Erfolgen im Umgang mit Intensivtätern und kriminellen Großfamilien führt.

Darüber hinaus bedarf es einer zentralen Neuköllner Lenkungsrunde (Schule, Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugend- und Familiengericht, Jugendamt, Jugendgerichtshilfe), die sich regelmäßig auch in Fallkonferenzen abstimmen.

Im Bereich der Staatsanwaltschaft – Intensivtäterabteilung – wäre der “Staatsanwalt für den Ort” eine besondere Unterstützung. Hier würden innerhalb der Intensivtäterabteilung die Neuköllner Fälle auf einzelne Staatsanwälte konzentriert. Das hätte große Vorteile im Kampf gegen die Kriminellen. Auch Verfahren aus dem Drogenbereich, die diese Personen betreffen, sollen dort angesiedelt werden.

“Ich setze mich für eine abgestimmte Verfahrensweise in Neukölln ein, damit die hohe Anzahl von fast 100 Intensivtätern reduziert wird und weniger Opfer unter dieser Taten leiden müssen”, so Liecke abschließend.

BA Neukölln, 20.11.2014