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Gutshof Britz

Verleihung der Neuköllner Ehrennadel am 15. Dezember 2007

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Am Sonnabend, dem 15. Dezember 2007, findet um 19.00 Uhr im Schloß Britz, Alt-Britz 73, die Verleihung der Neuköllner Ehrennadel durch Frau Bezirksverordnetenvorsteherin Hannelore Schlottmann und dem Bezirksbürgermeister statt. Bei der Neuköllner Ehrennadel handelt es sich um die höchste Auszeichnung des Bezirks an Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird nur an Bürger außerhalb des politischen Bereichs verliehen.

Wegen besonderer Verdienste um den Bezirk Neukölln werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde Marion Berning, Renate Fabian, Jürgen Hurt, Helmut Michaelis, Niki Reister und Konrad Tack geehrt. Sie haben seit vielen Jahren herausragendes ehrenamtliches Engagement gezeigt, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen anderen zur Verfügung gestellt und so die Gemeinschaft gestärkt.

Marion Berning war seit dem 01.03.1976 Lehrerin an der Rixdorfer Grundschule. Von 1986 bis 1992 arbeitete sie als Konrektorin und anschließend bis zu ihrer Pensionierung am 01.08.2007 als Rektorin dieser Schule. In der Zeit ihrer Berufstätigkeit im besonderen sozialen Brennpunkt dieser Stadt hat sich Frau Berning schon frühzeitig in herausragender Weise um die Kinder an ihrer Schule auch an Nachmittagen bemüht. Hier standen für sie der Ausgleich der sozialen Defizite in den Familien und eine besondere Integration in unsere Gesellschaft im Vordergrund. Was heute für eine moderne Bildungs- und Sozialpolitik steht, war für Frau Berning schon lange Zeit vorher integraler Bestandteil und auch über die übliche Schulzeit hinaus eine selbstverständliche Aufgabe. Anfänglich auch nur, um den Kindern zu einer geregelten Mahlzeit und zu sinnvoller Beschäftigung zu verhelfen. Marion Berning ist stellvertretende Vorsitzende der CDU Steglitz-Zehlendorf und Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung von Steglitz-Zehlendorf.

Renate Fabian leitet ehrenamtlich als 1. Vorsitzende den Förderverein und betreut den Schülerclub der Schule am Sandsteinweg. Die Schule am Sandsteinweg ist mit knapp 800 Schülerinnen und Schülern die größte Grundschule Neuköllns. Renate Fabian organisiert unter anderem bis zu 16 Schülerfeste jährlich, betreut bis zu 20 MAE-Kräfte, pflegt das gesamte Schulgelände, den Schulgarten sowie den Teich, versorgt die ca. 100 Tiere der Tierfarm, vom Bau der Stallanlagen über Kontakte zu Tierärzten bis hin zum Einkauf von Tierfutter und organisiert den Reitunterricht sowie Reiterturniere. Ohne Renate Fabians großes Engagement wäre der außerschulische Bereich der Schule nicht das, was er ist. Sie trägt mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit zur Kontaktpflege mit dem näheren Umfeld der Schule bei, in dem die Jugendlichen und Kinder die großen Freiflächen und Spielplätze der Schule am Nachmittag nutzen können.

Jürgen Hurt ist 1951 im Alter von 14 Jahren in die Schreberjugend Neukölln eingetreten. Dies war sein Einstieg in das Kleingartenwesen. Seine langjährige Tätigkeit in der Jugendarbeit des Bezirksverbands Neukölln mit den Schwerpunkten Politische Bildung und Internationale Jugendarbeit sensibilisierte ihn, für die Probleme des Kleingartenwesens einzustehen und zu kämpfen. Im Jahr 1975 wurde Jürgen Hurt die Gesamtverantwortung für den Landesverband übertragen. Als Vorsitzender und Präsident führte er den Berliner Verband erfolgreich durch wechselvolle Zeiten. Auch aus seiner übergeordneten Zuständigkeit heraus hat Jürgen Hurt kaum wahrnehmbar immer wieder die Geschicke des Neuköllner Kleingartenwesens beeinflusst und eine wogenglättende Funktion ausgeübt. Seinen immer wieder klaren, aber dennoch sensiblen und einfühlsamen Hinweisen an die Kleingärtner wie auch an die Verwaltung ist so manche Konfliktbewältigung zu verdanken. Seine militanten Aktionen als Neuköllner Rathausbesetzer sind nur noch für Historiker von Interesse und gelten als verziehen. Das Wirken von Jürgen Hurt insbesondere auch nach der Wende durch die Zusammenführung der beiden Kleingartenverbände führte zu seiner Wahl als Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde. Nach 32-jähriger Präsidentschaft stellte sich Jürgen Hurt auf dem Verbandstag des Landesverbandes Berlin in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl.

Helmut Michaelis ist seit 1956 Mitglied im TSV Rudow 1888 e.V.. Er engagierte sich als Leiter und Jugendtrainer der Abteilung Handball sowie als Kassenprüfer und Sportwart der Tennisabteilung. Seit 1982 ist er als Hauptsportwart des TSV Rudow 1888 e.V. und damit als Vorstandsmitglied tätig. Helmut Michaelis ist Mitbegründer der Sportarbeitsgemeinschaft Neukölln und 1999 zum Ehrenmitglied des TSV Rudow 1888 e.V. ernannt worden. Er war verantwortlich für neun Schulunterkünfte anlässlich des Deutschen Turnfestes in Berlin und Mitorganisator der Veranstaltung “Neukölln grüßt seine Gäste” in der Hasenheide. Helmut Michaelis ist Träger der Ehrennadeln des TSV Rudow 1888 e.V. für besondere Verdienste in Bronze, Silber und Gold sowie der silbernen Ehrennadel des Handballverbandes.

Niki Reister ist seit 1981 bei der Diakonie im Frauen- und Familienprojekt “To Spiti” beschäftigt. Ursprünglich als Angebot für griechischstämmige Menschen gedacht, leistet “To Spiti” heute seine Betreuungs- und Beratungsarbeit für alle Frauen und Männer unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Auf Niki Reisters Initiative und Tatkraft hin entstanden im Laufe der Jahre z.B. das griechisch-deutsche Jugendzentrum FILIA, das Rückkehrinformationszentrum RIZA, der Förderverein “To Spiti e.V.” und der erste interkulturelle Garten Berlins. “Perivoli” heißt “unser Garten” und ist ein Ort der Begegnung für Menschen aus inzwischen neun Nationen. Diese Idee hat in Berlin nunmehr schon 15-fach Nachahmer gefunden. Niki Reisters beispielhaftes Wirken geht damit weiter über die Grenzen Neuköllns hinaus. Sie engagiert sich seit Jahren für den Bezirk und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Neuköllner Integrationsarbeit.

Konrad Tack hat als Leiter der Regionaldirektion Berlin-Süd der Agentur für Arbeit für den von besonders hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Bezirk Neukölln seine Verdienste erworben. Er hat erfolgreich die Zusammenlegung der Arbeitsagenturen Süd und Südwest umgesetzt sowie die positive Weiterentwicklung der Arbeitsgemeinschaften der Jobcenter fortgeführt. In der Position des Vorsitzenden der Trägervertretung war Konrad Tack für den Bezirk Neukölln immer ein starker und verlässlicher Partner. Sein besonnenes Wirken wurde von allen Beteiligten in allen Einsatzbereichen als beispielhaft gekennzeichnet. Konrad Tack hat mit hoher Sensibilität der besonderen herausragenden Aufgabenstellung der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Neukölln Rechnung getragen. Insbesondere seine Kreativität und Interpretation des Sinngehalts von Vorschriften sowie seine ausgleichende Art, die widerstreitenden Interessen von Bezirk und Arbeitsagentur in einem gemeinsamen Handlungsstrang zu bündeln, waren beeindruckend. Nach fast 33 Jahren Tätigkeit für die Bundesagentur für Arbeit verabschiedete er sich im September 2007 in den Ruhestand.